Poster: The sexy stuff, Accidental design
01/03

Was sind all diese komischen Bilder?

Niemand hat danach gefragt. Sicher sind sie irgendwie nützlich — die Zeit wird’s zeigen.

Trotzdem habe ich ein Icon für Knoblauch gemacht. Und für eine Schabe, und für eine Flasche Weihwasser (ich bin wirklich NICHT religiös). Ich habe auch Emojis, Stockbilder und Zeug geklaut, das ich nicht selbst gemacht habe.

Man kann es geistigen Diebstahl nennen, grafisches Sampling oder ikonografisches Readymade. Zwanzig pro Tafel. Nummeriert, benannt, fertig.

Try ur luck Try again Jackpot !
02/03

Diebstahl oder Sampling?

Sie kommen aus allem, was mir tagsüber vor die Augen kommt. Emoji. Screenshots. Irgendein komischer Post. Ein Knochen. Eine AK-47 (beides übrigens auf Flaggen). Eine Büroklammer, was gerade auf dem Tisch lag.

Ich suche keine Motive — sie sind schon da, irgendwo im Durcheinander. Ab und zu taucht eines auf, und ich nehme es, bevor es wieder untergeht.

Dann ziehe ich es aus. Schwarz, weiss, vektorisieren, pixeln, wieder vektorisieren. Manchmal kurz glätten, sonst nichts. Kein Grau, kein unnötiges Detail, fast wie eine Glyphe.

Ein brutaler Test, den die meisten Bilder nicht bestehen: es bleibt ein Fleck oder ein unkenntlicher Brei. Aber manchmal hält es.

Das Pferd bleibt ein Pferd, wenn die Form hält.

Nichts davon ist originell, und ich tue auch nicht so. Es ist eine Art, aus dem Doomscrolling etwas Positives zu ziehen — jetzt kann ich behaupten, es sei Kuratieren.

Glaser zeichnete ein Herz, setzte es zwischen zwei Buchstaben, und daraus wurde I❤NY: eine Glyphe, die einen ganzen Satz erledigt. Aicher machte ein Strichmännchen für München, und heute spricht jeder Flughafen der Welt seine Sprache.

Toilettentüren. Notausgänge. Das Piktogramm für fass nicht in die grosse Hydraulikmaschine. Das ist die höchste Form des Fachs, und niemand signiert sie.

Also ja, die ersten sind meist Emojis. Ich klaue, sample, sammle, kuratiere, was mir zuerst begegnet. Aber irgendwie muss man mit dem Offensichtlichen anfangen.

03/03

Sind sie zu etwas nütze?

Noch nicht, und das ist die ehrliche Antwort.

Keines entstand für ein Projekt, und nur wenige sind in einem gelandet. Es ist wie eine Schrift: unabhängig vom Projekt, aber richtig gemacht ein zentraler Teil vieler Projekte.

Dahin geht es. Ein Stil, eine Welt, eine Art zu sprechen, die nach mir aussieht und nicht nach einem Google-Icon-Set.

Es gibt sie noch nicht.